Geschichtlicher Überblick:

 

Bendeleben wurde im Jahre 870 erstmals urkundlich erwähnt, als ein Herr Dithart dem Kloster Fulda ein in der Gemarkung Bendeleben liegenden Fischteich stiftete, mehrere Fischteiche gibt es ja auch heute noch in unserem  Schloßpark. Der Ort wurde in den ältesten Urkunden “Benteleibe” bzw. “Benteliebe “ genannt. In den folgenden zwei Jahrhunderten entstand das Rittergeschlecht derer von Bendeleben, als dessen älteste bekannte Vertreterin eine Frau Ascuit von Bendeleben etwa um das Jahr 1150 gelebt hat. Bedeutung erlangte eine Frau Bertha von Bendeleben, die mit Ihrem Mann Egelolf in Eisenach auf der Wartburg am Hofe des Landgrafen lebte. Nach dem Tode Ihres Mannes erhielt sie im Jahre 1211 zusammen mit anderen Edelleuten den Auftrag, die damals vierjärige ungarische Königstochter Erszbeth in Ungarn abzuholen und zur Wartburg zu geleiten, sie war als zukünftige Braut des Sohnes des Landgrafen vorgesehen und sollte zusammen mit diesem erzogen werden. Als Heilige Elisabeth von Thüringen ist sie uns bis heute bekannt und ein Vorbild für menschliches und couragiertes Handeln im Dienst an Armen und Kranken. Etwa in dieser Zeit muss auch unsere erste Kirche in Bendeleben gebaut worden sein.

Um das Jahr 1340 wurde auf dem Gelände des heutigen Gutes die Ritterburg errichtet, die bis ins 18. Jahrhundert erhalten blieb und auf einer alten Ortsansicht noch abgebildet ist.

Eine weitere bedeutende Persönlichkeit, die mit dem Ort Bendeleben in Verbindung zu bringen ist, war der Pfarrer, Lehrer und Wissenschaftler Johannes Clajus, der kurz nach der Reformation als Pfarrer in Bendeleben tätig war und u. a. die erste deutsche Grammatik verfasste. Nebenbei organisierte er den Abriss und Neuaufbau der zum damaligen Zeitpunkt baufälligen Kirche, die wir noch heute nahezu im Originalzustand von 1588 erleben können.

Im Dreißigjährigen Krieg (1618- 1648) erlitt Bendeleben grosse Verluste, ganze Teile des Ortes nordöstlich der Kirche wurden zerstört und erst in späteren Jahren wieder bebaut.

Anfang des 18. Jahrhunderts verfiel die Burg zusehends, da die letzten Vertreter des Rittergeschlechts derer von Bendeleben finanziell nicht mehr imstande waren, die Anlage zu erhalten. Nach mehreren Eigentümerwechseln erwarb Johann Jakob von Uckermann 1763 das Gut und liess Schlosspark, Lustgarten, Orangerie, Uckermann´sches Schloß und weitere Barockbauten errichten, die bis heute unser Ortsbild prägen.

Im Jahre 1849 verliess die Familie von Uckermann Bendeleben, und das Gut übernahm eine Familie von Krause aus Braunschweig, die 1860 das Neue Schloß im Schloßpark erbauen liess.

Im Jahre 1926 begann das Gut mit der Pflanzenzucht, einige Sorten, insbesondere die “Bendelebener Luzerne”, erlangten internationale Bedeutung. Leider endete dieses erfolgreiche Kapitel wirtschaftlicher Tätigkeit in Bendeleben mit der Deutschen Wiedervereinigung.

In den Jahren seit 1990 wurden umfangreiche Anstrengungen von Gemeinde, Privatleuten und Kirche unternommen, den in den Jahren seit Ende des Zweiten Weltkrieges eingetretenen Verfall von Baudenkmalen zu stoppen. An dieser Stelle ist insbesondere das Engagement der Familie von Arnim zur Erhaltung des Gutes zu erwähnen. Auch die Gemeinde Bendeleben als Eigentümer von Schloßpark, Orangerie und Lustgarten hat grosse Anstrengungen unternommen, die in diesem Jahr von der Fertigstellung des Ensembles Orangerie/ Lustgarten gekrönt werden. /1/, /2/

Dies soll nur ein kurzer Abriss der mittlerweile 1137- jährigen Ortsgeschichte gewesen sein, wenn Sie mehr erfahren wollen, halten wir in unserem Ladengeschäft oder Online- Shop einige hochinteressante Publikationen für Sie bereit, insbesondere aus der Feder von Herrn Dr. Wilfried Neumerkel. Ein digital aufbereiteter Reprint der Ortschronik von 1899 steht darüber hinaus als PDF- Dokument zum kostenfreien Download.